Orange Pi 5 Plus 32GB

Der Orange Pi 5 Plus ist der grössere Bruder des Orange Pi 5 Pro.

Platine des Orange Pi 5 Plus
raspithek.de - Olli Graf
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Platine des Orange Pi 5 Plus

Orange Pi 5 Plus

Mit 32GB Hauptspeicher setzt er in meiner SBC Sammlung eine neue Höchstmarke. Er besitzt drei fullsize HDMI Buchen (zwei Ausgang, einer Eingang).

Ansonsten sind die verbauten Komponenten sehr ähnlich zur Pro Variante. Wie dieser wird er von einem Rockchip RK3588S mit jeweils 4 Cortex A- 76 und vier Cortex A-55 Kernen angetrieben. Ebenso liegt auch hier die Taktfrequenz bei 2400MHZ. Beim Hauptspeicher kann zwischen 4,8, 16 oder 32GB gewählt werden. Beim Plus ist kein WLAN Modul verbaut sondern muss über die 2230 NVME Schnittstelle nachgerüstet werden. Für den Anschluss ans Ethernet dienen gleich zwei 2,5 GBit Anschlüsse. Drei fullsize HDMI Buchsen (2 in, eine out) kommunizieren mit Displays oder Bildgebern.

Ich habe den Plus in einem umfangreichen Set mit 32GB RAM bestellt.

Lieferumfang

In diesem habe ich folgendes erhalten

  • Den Orange Pi 5 Plus mit 32GB RAM
  • ein Gehäuse
  • Das Wireless Modul Orange Pi R6 mit Antennen
  • einen passiven Heatsink
  • ein eMMC Modul 256GB
  • ein Netzteil
  • das übliche Montagematerial
  • Orange Pi 5 Plus Platine
  • Gehäuse
  • Heatsink
  • Netzteil
  • Wi-Fi Modul mit Antennen
  • eMMC Modul (256GB)

technische Daten

Der Orange Pi 5 Pro wird vom gleichen SoC angetrieben wie sein kleiner Bruder, dem Rockchip RK3588S mit jeweils vier A-76 und vier A55 Kernen. Auch die GPU ist identisch. Die auffälligste Veränderung zum Pro sind die drei HDMI Buchsen, von denen eine als Eingang dient. Die GPIO Leiste ist freundlicherweise bereits mit einem farbcodierten Header vorgelötet.

Abmessungen100* 75mm
CPURockchip RK3588S
(4* Cortex A-76 + 4* Cortex-A55)
GPUARM Mali-G610

NPU6TOPS
RAM4/8/16/32 GB LP-DDR5
USB2 * USB 3.0
2 * USB 2.0
GPIO40 Pin
SpeicherMicroSD
eMMC (Sockel)
M.2 PCIe 3.0×4 2280NVME M-Key
PCIe 2.0 x 1 E-Key


WLANWiFi 6 (über Zusatzkarte)
BlueToothüber WiFi Karte
Ethernet2* 2,5GBit
Videoausgang2* HDMI 2.1 output, up to 8K@60FPS
1* HDMI input
alle fullsize
Audio-Ausgang3,5mm
StromversorgungUSB Type-C 5V/4A
ButtonsPower, Recovery, Mask-ROM .
sonstigesIR-Empfänger
technische Daten des Orange Pi 5 Plus

Montage

Bei so viel Material bin ich natürlich gespannt auf den Zusammenbau.

Schritt 1: Wi-Fi

Als erstes stöpsle ich nur die Wi-Fi Card in den NVME Slot auf der Oberseite. Da ich neugierig bin, flashe ich dann sofort das Armbian_25.11.1_Orangepi5-plus_trixie_vendor_6.1.115_minimal auf eine 32GB und schließe das Board über das mitgelieferte Netzteil an den Strom an. In der Fritz Box finde ich nach etwas Wartezeit einen Eintrag für den OPi5 Plus.

Wi-Fi Informationen aus der Fritz Box

Die Verbindung mit Wi-Fi 6 ist auch sofort stabil und ich kann mich mit ssh einloggen.

Schritt 2: eMMC

Als nächstes kommt das eMMC Modul in seinen Steckplatz und ich erlebe die erste Überraschung, denn das Modul wird mir nirgends angezeigt.

Nach etwas Suchen stieß ich im Armbian Forum auf den Hinweis, dass der Kernel meiner eingesetzten OS Version das Problem ist. Also habe ich dann Armbian_25.11.1_Orangepi5-plus_trixie_current_6.12.58_minimal neu aufgespielt.

Damit war aber erstmal kein Boot möglich. Um auszuschliessen, dass das eMMC defekt ist, habe ich es in den Orange Pi RV2 eingebaut und konnte dort mit lsblk feststellen, dass auf dem eMMC Modul scheinbar schon ein Bootloader vorhanden ist, der den Start von der µSD verhindert.

lsblk auf dem RV2 zeigt, dass das eMMC Modul mmcblk2 einen Bootloader besitzt.
lsblk auf dem RV2 zeigt, dass das eMMC Modul mmcblk2 einen Bootloader besitzt.

Um diesen los zu werden, überschreibe ich das gesamte eMMC Modul mit Nullen.

sudo dd if=/dev/zero of=/dev/mmcblk2 bs=4M status=progress
sudo dd if=/dev/zero of=/dev/mmcblk2boot0 bs=4M status=progress
Unterhalb der Ethernet-Buchsen steckt jetzt auch das eMMC-Modul
Unterhalb der Ethernet-Buchsen steckt jetzt auch das eMMC-Modul

Danach konnte der 5 Plus von der MicroSD starten.

NVME

In den PCIe Slot auf der Unterseite des Orange Pi 5 Plus kann nur eine 2280 NVME montiert werden. Für kleinere Varianten sind keine Schraublöcher vorgesehen.

Ich verbaue eine Crucial P3 500GB, die ich bereits im Nextcloud Pi einsetze.

Schritt 3: Heatsink

Als nächstes bringe ich den Heatsink an. Ich trage etwas Wärmeleitpaste auf das SoC auf und klipse den Alukühlkörper in die vorgesehenen Löcher.

Auch der Heatsink ist eingebaut.
Auch der Heatsink ist eingebaut.

Damit habe ich zunächst einmal eine testbare Konfiguration hergestellt. Den Einbau in der Gehäuse spare ich mir für später auf.

Tests

Der Login mit ssh braucht eine Weile nach dem Neustart, daher schau ich mir zunächst mal die Bootzeit mit systemd-analyze an.

Der Start von MicroSD benötigt über 2 Minuten.
Der Start von MicroSD benötigt über 2 Minuten.

Daraus kann ich prophezeien, dass die Benchmarks auf der Speicherkarte nicht gerade die Besten sein werden.

CPU

Mein üblicher sysbench Test wird in 10,0073s durchlaufen, was nur minimal länger ist als beim Raspberry Pi 4B, aber schneller als die anderen SBC, die ich dieses Jahr in den Händen hielt.

Der Test mit sysbench läuft in 10,0540s und bringt es auf 37,59MiB/sec beim Lesen und 25,06MiB/sec beim Schreiben.

SBCgetestet amTakt-Frequenz (MHz)Eventssysbench (s)
Raspberry Pi 4B 8GB01.06.2023150039110,0721
Raspberry Pi 4B 8GB01.06.20231800806610,0048
Khadas-VIM401.04.20252000 /22008510,2906
Orange Pi RV220.11.2025160079010,0096
Orange Pi Zero 2W28.08.202515003913,181
Orange Pi 5 Plus27.12.20252400132310,0073

MicroSD

sysbench Ergebnisse auf der Speicherkarte
sysbench Ergebnisse auf der Speicherkarte

Als Vergleich habe ich mal andere Ergebnisse in einer Tabelle zusammengetragen.

SBCgetestet amTakt-Frequenz (MHz)Eventssysbench (s)
Raspberry Pi 4B 8GB01.06.2023150039110,0721
Raspberry Pi 4B 8GB01.06.20231800806610,0048
Khadas-VIM401.04.20252000 /22008510,2906
Orange Pi RV220.11.2025160079010,0096
Orange Pi Zero 2W28.08.202515003913,181
Orange Pi 5 Plus27.12.20252400132310,0073

Für ein Board mit 8 Kernen, die auf 2,4GHz takten, ist der MicroSD Leser eher schwach auf der Brust.

Beim Dauerbelastungstest mit fio fällt der MicroSD Leser komplett durch. Nach nur kurzer Zeit fallen die IOPS Werte in Bereiche unter 1000, später sogar sind es weniger als 100.

IOPS Graph des fio Langzeittest auf der µSD Karte.
IOPS Graph des fio Langzeittest auf der µSD Karte.

eMMC

Wie üblich lege ich auf dem eMMC eine einzige ext4 Partition an, auf der ich meine Tests durchführe. Für etwa 75% der Laufzeit bleiben die IOPS auf einem hohen Niveau von fast durchgängig 70.000. Erst zum Ende hin fallen sie auf 40.000 ab.

NVME

Wie ich es früher schon gesehen habe, wird die NVME auf der Unterseite irgendwann warm und der IOPS Wert sackt von über 250K ab und pendelt sich dann aber im Bereich zwischen 150.000 und 200.000 ein. Mit einem Kühlkörper lässt sich das erfahrungsgemäß verbessern, ich habe nur leider gerade keinen zur Hand.

IOPS der NVME beim Langzeittest
IOPS der NVME beim Langzeittest

Wi-Fi

Nachdem ich die zweite WLAN Antenne wieder angebracht habe, die mir während des Zusammenbaus abgefallen war, starte ich meinen Test mit iperf3. Dabei ergeben sich 694 MBit/sec in Senderichtung und 692 MBit/sec in Empfangsrichtung. Die Verbindung ist sehr stabil ohne Retransmits. So etwas hatte ich schon vermutet, da alle Arbeiten im Netzwerk durchgängig sehr flüssig abliefen. Das Orange Pi R6 Wireless Modul macht einen guten Job.

RAM

Bei so viel Hauptspeicher, versuche ich mal, das 29GB Model von phi4 zu laden. Dies ist auf Anhieb problemlos möglich.

ollama lädt das phi4:14b-fp16 Model mit 29GB Größe komplett in den Speicher.
ollama lädt das phi4:14b-fp16 Model mit 29GB Größe komplett in den Speicher.

Wärme

Während des sysbench Langzeittests wird der SoC im Inneren bis zu 73°C warm. Davon kommen 66,4°C im Heatsink an.

Überrascht hat mich, dass das WLAN Modul eine Temperatur von fast 50°C an der Oberfläche abführt.

Wärmebildaufnahme des Orange Pi 5 Plus
Wärmebildaufnahme des Orange Pi 5 Plus

Stromverbrauch

Zum Abschluss schaue ich noch kurz auf den Stromverbrauch des OPi 5-Plus.

Im Leerlauf messe ich eine Leistungsaufnahme von 5,319W. Wenn alle Prozessorkerne ausgelastet sind, verdoppelt sie sich ungefähr auf 10,71W. Damit liegt dieses Board deutlich über den Verbrauchswerten des RV2.

Fazit

Der Orange Pi 5 Plus zeigt mit 32GB RAM, dass sich die Single Board Computer immer besser als Desktoprechner eignen. Allerdings ist er dadurch nicht mehr für jedermensch erschwinglich. Der Nachfolger „6 Plus“ soll sogar mit 64GB Arbeitsspeicher erhältlich sein, ist aber aufgrund steigender Preise für Arbeitsspeicher nicht erhältlich und mir vermutlich auch zu teuer.

Die schlechte Performance des MicroSD Lesers deutet darauf hin, dass das Gerät von eMMC oder NVME betrieben werden soll.

Bei diesem Board lässt die Netzwerkanbindung nichts zu wünschen übrig.

Ich baue den OPi 5-Plus jetzt noch in das Gehäuse ein und habe ein neues Zuhause für meine ollama Experimente gefunden, da auch größere Modelle in den Speicher passen.

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